🏍️ 8-Pässe-Marathon bei Kaiserwetter: Von Luzern zum Stilfser Joch und zurück!

🏍️ 8-Pässe-Marathon bei Kaiserwetter: Von Luzern zum Stilfser Joch und zurück!

Was für ein Tag! Wenn der Wetterbericht blauen Himmel und angenehme Temperaturen verspricht, gibt es für mich nur eins: Rauf auf die Maschine und ab in die Alpen. Heute stand eine absolute Königsetappe auf dem Programm. Von Luzern aus habe ich eine epische Schleife über einige der schönsten und geschichtsträchtigsten Pässe der Schweiz und Italiens gezogen.

Hier ist der Bericht zu meiner heutigen Mega-Tour!

📍 Etappe 1: Aufwärmen über Wolfgang und Flüela

Flüelapass

Früh morgens ging es in Luzern los. Die Luft war noch frisch, aber die Vorfreude riesig. Das erste Ziel: Graubünden. Über den gemütlichen Wolfgangpass (1'631 m) kurvte ich nach Davos, um direkt im Anschluss den ersten echten Leckerbissen des Tages in Angriff zu nehmen – den Flüelapass (2'383 m).

Tom's History-Fact: Wusstest du, dass die Strasse über den Flüelapass 1867 fertiggestellt wurde? Das Hospiz oben auf der Passhöhe stammt aus dem Jahr 1869. Bevor der Verein "Pro Flüela" 1999 gegründet wurde, sollte der Pass im Winter eigentlich komplett aus Kostengründen geschlossen bleiben – heute wird er dank des Vereins (wenn auch nicht ganzjährig) deutlich länger offen gehalten!

📍 Etappe 2: Abstecher ins Vinschgau zum Reschensee

Vom Engadin aus führte mich meine Route weiter Richtung Osten über den Reschenpass (1'504 m). Die Grenze nach Italien war schnell passiert, und bald eröffnete sich der Blick auf den berühmten Reschensee. Natürlich musste hier ein kurzer Fotostopp eingelegt werden. Das Bild des einsamen Kirchturms im Wasser hat einfach immer wieder etwas Mystisches an sich.

Der Kirchturm vom Reschensee

Tom's History-Fact: Der aus dem Wasser ragende Turm von Alt-Graun stammt aus dem 14. Jahrhundert. Er ist das einzige Überbleibsel des alten Dorfes, das 1950 schonungslos geflutet wurde, um den Stausee zur Stromgewinnung anzulegen. 163 Häuser wurden damals zerstört und die Bewohner mussten ihre Heimat verlassen.

📍 Etappe 3: Der König ruft – Das Stilfser Joch (Stelvio)

Nach dem Reschensee ging es weiter nach Prat (Prato allo Stelvio) in Südtirol. Hier beginnt der Aufstieg zum absoluten Highlight vieler Motorradfahrer: dem Stilfser Joch (2'757 m). Die legendären 48 Kehren an der Nordostflanke verlangen vollste Konzentration. Kehre um Kehre schraubte ich mich bei perfektem Grip und traumhafter Kulisse nach oben. Oben angekommen, war natürlich die obligatorische Bratwurst fällig!

Die Auffahrt zum Stilfser Joch

Tom's History-Fact: Das Stilfser Joch ist der höchste asphaltierte Gebirgspass in Italien. Die Trasse wurde zwischen 1820 und 1825 vom Kaiserreich Österreich erbaut, um die Lombardei mit dem Rest des Reiches zu verbinden. Das Verrückte: Die Streckenführung hat sich seit 200 Jahren fast nicht verändert!

📍 Etappe 4: Der Heimweg über Ofen, Flüela und Wolfgang

Nach dem Trubel auf dem Stelvio fuhr ich (via Umbrail) hinunter ins Münstertal und nahm den Ofenpass (2'149 m) unter die Räder.

Tom's History-Fact: Der Name „Ofenpass“ kommt übrigens nicht von ungefähr: In der Gegend wurden im Mittelalter Eisenbergwerke betrieben. Die Schmelzöfen, deren Reste man teilweise noch heute in der Umgebung finden kann, gaben dem Pass seinen Namen.

Der Ofenpass

Vom Ofenpass ging es durch den Schweizerischen Nationalpark zurück nach Zernez und Susch. Um den Kreis zu schliessen, nahm ich den Flüelapass und den Wolfgangpass dieses Mal in umgekehrter Richtung. Das späte Nachmittagslicht im Graubünden war der perfekte Abschluss, bevor mich die letzten Kilometer auf der Autobahn zurück nach Luzern brachten.


📊 Die Tour-Facts auf einen Blick

  • Start / Ziel: Luzern
  • Wetter: ☀️ Kaiserwetter, blauer Himmel
  • Pässe: Wolfgangpass ➔ Flüelapass ➔ Reschenpass ➔ Stilfser Joch (Stelvio) ➔ Ofenpass ➔ Flüelapass ➔ Wolfgangpass
  • Fahrstrecke: Rund 600 km
  • Fazit: Ein langer, intensiver Tag im Sattel, der jeden einzelnen Kilometer wert war!

Mein Hintern spürt die knapp 600 Kilometer zwar ordentlich, aber das Grinsen unter dem Helm werde ich so schnell nicht mehr los. Die Alpen sind einfach unser grösster Spielplatz!

Bis zur nächsten Tour, bleibt im Sattel!

Euer Tom ✌️