Traumwetter und Kurventanz: Mit der GS über den Splügenpass

Traumwetter und Kurventanz: Mit der GS über den Splügenpass

Was für ein Tag! Wenn der Wetterbericht blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein verspricht, gibt es für mich nur eine logische Konsequenz: Helm auf, den Boxer-Motor der BMW R1300 GS Adventure starten und ab in die Berge. Heute stand ein echter Alpen-Klassiker auf dem Programm: der Splügenpass.

Über smaragdgrüne Flüsse und historische Pfade

Schon die Anfahrt war ein absoluter Genuss. Das Wetter hat wirklich alles gegeben – keine Wolke trübte die fantastische Fernsicht auf die noch schneebedeckten Berggipfel, die sich majestätisch in den blauen Himmel reckten.

Auf dem Weg in Richtung Passhöhe führt die Route durch das landschaftlich atemberaubende Hinterrheintal. Ein absolutes Highlight ist dabei der Streckenabschnitt vorbei an den fast schon unwirklich smaragdgrün leuchtenden Gewässern. Ein kurzer Stop beim historischen Gasthaus Rofflaschlucht durfte natürlich nicht fehlen.

Hintergrund-Fact: Die Rofflaschlucht ist nicht nur ein tolles Fotomotiv, sondern auch ein Stück faszinierende Geschichte.

Anfang des 20. Jahrhunderts hat Christian Pitschen-Melchior hier in mühsamer Handarbeit und mit unzähligen Sprengladungen einen Weg direkt in den Fels gehauen, um die Wasserfälle für Touristen zugänglich zu machen. Die alte Transitstrecke atmet förmlich Geschichte!

Hinauf ins weisse Gold

Je höher die GS kletterte, desto alpiner wurde die Landschaft. Die Temperaturen fielen, aber die Vorfreude stieg mit jeder der zahlreichen und teilweise sehr engen Kehren. Oben angekommen, bot sich ein genialer Kontrast: Die Strasse war komplett trocken und griffig, während links und rechts noch massive Schneewände das Bild dominierten.

Splügenpass

Benvenuto in Italia: Die Passhöhe auf 2.117 Metern

Die Passhöhe des Splügen (Passo dello Spluga) markiert gleichzeitig die Grenze zwischen der Schweiz (Kanton Graubünden) und Italien (Lombardei). Die von unzähligen Motorradfahrern liebevoll mit Stickern tapezierten Schilder sind der beste Beweis: Hier schlägt das Herz der Tourenfahrer. Auch wenn ich persönlich auf diese Sticker verzichten könnte - es macht die Schilder nicht wirklich ansehnlicher.

Hintergrund-Fact: Der Splügenpass war schon in der Antike, bei den Römern, eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen über die Alpen. Wo wir heute gemütlich am Gasgriff drehen und die Schräglage geniessen, quälten sich früher Säumer mit ihren Maultieren auf gefährlichen Saumpfaden über den Berg, um Waren zu transportieren.

Erst in den 1820er Jahren wurde die heute noch in grossen Teilen bestehende Kunststrasse erbaut.

Das obligatorische Beweisfoto am "Passo d. Spluga"-Schild durfte für die GS natürlich nicht fehlen. Die Stimmung oben war grandios – einige Gleichgesinnte aus Italien, Luxemburg und der Schweiz und alle mit diesem breiten, zufriedenen Grinsen unter dem Helm, das nur ein perfekter Motorradtag bei Traumwetter auslösen kann.

Für mich geht es jetzt ans Detail-Planen der schon bestehenden Südtirol-Tour Ende Juni.

Die Alpensaison ist definitiv eröffnet und ich hoffe, dass sich Petrus nicht noch einmal umentscheidet mit diesem weissen Zeugs, das jetzt keiner mehr gross braucht.

Bis zum nächsten Mal

Tom von TomOnTour